FAQ
1. Kündigung & Kündigungsschutz
Welche Arten von Kündigungen gibt es?
- Ordentliche Kündigung (mit Frist)
- Außerordentliche Kündigung (fristlos)
- Änderungskündigung
- Kündigung während Probezeit
Was sollte ich tun, wenn ich eine Kündigung erhalten habe?
Prüfen Sie sofort das Datum und die Frist. Dann lassen Sie die Kündigung durch einen Anwalt für Arbeitsrecht rechtlich prüfen.
Sie haben nach Zugang der Kündigung nur 3 Wochen Zeit, um Kündigungsschutzklage zu erheben. Sonst wird die Kündigung automatisch wirksam.
Welche Frist gilt für die Kündigungsschutzklage?
Die Frist beträgt drei Wochen nach Zugang der Kündigung (§ 4 KSchG). Danach kann die Kündigung nur in extremen Ausnahmefällen noch angegriffen werden.
Kann ich trotz unterschriebener Kündigung noch dagegen vorgehen?
Ja. Eine Kündigung kann trotz Unterschrift unwirksam sein – etwa wegen Formfehlern, fehlender Vollmacht oder Verstoß gegen Kündigungsschutz.
Wann ist eine Kündigung unwirksam?
Typische Gründe:
- fehlende oder unklare Begründung
- falsche Sozialauswahl
- keine Anhörung des Betriebsrats
- Sonderkündigungsschutz übersehen (Schwangerschaft, Schwerbehinderung etc.)
- Formfehler (z. B. keine Original-Unterschrift)
Kann ein Arbeitnehmer auch während Krankheit gekündigt werden?
Ja, eine Kündigung während Krankheit ist nicht automatisch unwirksam. Es gelten besondere Prüfkriterien, die oft zur Unwirksamkeit führen können (z. B. negative Gesundheitsprognose erforderlich).
Wann gilt der besondere Kündigungsschutz?
Für Personen wie:
- Schwangere
- Elternzeit (beantrage/ in Elternzeit)
- Schwerbehinderte
- Betriebsratsmitglieder
- Auszubildende
Hier sind Kündigungen nur in Ausnahmefällen möglich und oft behördlich zu genehmigen.
Bekomme ich eine Abfindung, wenn ich gekündigt wurde?
Nicht automatisch. Abfindungen entstehen meist durch Verhandlung, Vergleich oder nach § 1a KSchG bei betriebsbedingter Kündigung.
2. Abfindung
Habe ich einen Anspruch auf Abfindung?
Ein gesetzlicher Anspruch besteht nur selten (z. B. § 1a KSchG). In der Praxis entstehen Abfindungen meistens durch Verhandlungen oder einen gerichtlichen Vergleich.
Wie hoch ist eine typische Abfindung?
Die gängige Faustformel lautet:
0,5 Monatsgehälter × Beschäftigungsjahre.
In der Praxis kann es aber deutlich mehr oder weniger sein – abhängig von Erfolgsaussichten und Verhandlungssituation.
Wann bietet der Arbeitgeber freiwillig eine Abfindung an?
Typisch bei:
- drohender Kündigungsschutzklage
- schwacher Beweislage des Arbeitgebers
- betriebsbedingtem Personalabbau
- langjährigen Mitarbeitern
- Aufhebungsverträgen
Kann ich eine Abfindung trotz fristloser Kündigung erhalten?
Ja, häufig sogar, wenn die fristlose Kündigung für den Arbeitgeber riskant ist. Sie wird dann oft in einen Vergleich umgewandelt.
Wie wird eine Abfindung besteuert?
Abfindungen sind steuerpflichtig, aber sozialversicherungsfrei. Die Fünftelregelung kann die Steuerlast senken, wenn die Zahlung eine „Zusammenballung“ von Einkommen darstellt.
Sollte ich eine Abfindung ohne Beratung annehmen?
Nein. Ein vermeintlich gutes Angebot ist oft weit unter dem, was möglich wäre. Ein Anwalt kann regelmäßig deutlich bessere Ergebnisse erzielen.
3. Arbeitsvertrag / Arbeitnehmerrechte
Welche Rechte habe ich im Arbeitsvertrag?
Sie haben Anspruch auf:
- geregelte Arbeitszeit
- Vergütung
- Urlaub
- Entgeltfortzahlung bei Krankheit
- Kündigungsfristen
- Schutz vor willkürlicher Kündigung
- Beteiligung eines Betriebsrats (falls vorhanden)
Darf der Arbeitgeber den Arbeitsvertrag einfach ändern?
Grundsätzlich nein. Änderungen müssen einvernehmlich sein. Alternativ kann der Arbeitgeber eine Änderungskündigung aussprechen – welche oft angreifbar ist.
Was bedeutet eine Probezeit im Arbeitsvertrag?
Während der Probezeit beträgt die Kündigungsfrist meist 2 Wochen. Dennoch gelten auch hier bestimmte Schutzrechte.
Was tun, wenn ich eine Abmahnung erhalten habe?
Sie müssen nicht sofort reagieren. Wichtig ist, die Abmahnung prüfen zu lassen – viele sind inhaltlich angreifbar oder formell unwirksam.
Habe ich Anspruch auf ein Arbeitszeugnis?
Ja. Jeder Arbeitnehmer hat Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis, das „wohlwollend“ formuliert sein muss.
Wie viel Urlaub steht mir mindestens zu?
Mindestens 20 Urlaubstage bei einer 5-Tage-Woche. Tarifverträge oder Vertrag können mehr vorsehen.
